Schauspielhaus Salzburg
ALTE MEISTER
 

ALTE MEISTER

Komödie von Thomas Bernhard

Buchungsstart 22.11.2020

Regie: Robert Pienz
Fassung: Irmgard Lübke
Premiere: Sa. 16. Januar 2021
 


Sujetfoto: Chris Rogl

ALTE MEISTER

Tintorettos „Weißbärtiger Mann“ – auf der Bank vor diesem Bild im Kunsthistorischen Museum verbringt der Kunstkritiker Reger unzählige Stunden und das seit über 30 Jahren. Stets beobachtet von Irrsiegler, dem Saalaufseher, mit dem ihn eine ebenfalls schon 30 Jahre andauernde Bekanntschaft, wenn nicht sogar widerwillige Freundschaft verbindet. Durch diese Beziehung, seine verstorbene Frau und nicht zuletzt den inneren Zwang, die ausgestellten Gemälde wieder und wieder zu besuchen und zu studieren, ist Reger dem Museum untrennbar verbunden.

Der Text ist in typischer Bernhard-Manier von Tiraden gegen Staat und Kultur geprägt, doch vor allen Dingen der Kunst geht es an den Kragen: Die Bestechlichkeit der Maler steht für die Bestechlichkeit der Kunst an sich. Bernhard bestreitet die Bedeutsamkeit der titelgebenden „Alten Meister“, wirft sogenannten Kunstkennern vor, nur die Signatur des Bildes zu schätzen, den eigentlichen Wert der Arbeit jedoch nicht in Frage zu stellen und hält damit einmal mehr der Gesellschaft den wenig schmeichelnden Spiegel vor.
 

THOMAS BERNHARD

Geboren 1931 gilt Thomas Bernhard als einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller. Seine Werke wurden weltweit übersetzt und ausgezeichnet und zeichnen sich durch einen unverkennbaren Sprachstil aus. Verschachtelte Sätze und gnadenlos ins Schwarze treffende Formulierungen geben seinen Texten eine unverwechselbare Form und Schärfe.
In „Alte Meister“ verarbeitete er den Tod seines „Lebensmenschen“ Hedwig Stavaniacek, die sich in der verstorbenen Frau des Protagonisten Reger wiederfinden lässt.